9. Februar 2018

Interview mit Christian Scherkenbach

Zur Person und den Beweggründen zur Kandidatur

Christian Scherkenbach auf dem Neujahrsempfang der LINKEN in Wusterhausen

Am 22. April 2018 kann in allgemeiner, unmittelbarer, freier und geheimer Wahl von den Bürgern des Landkreises OPR ein neuer Landrat gewählt werden. Unser Redaktionsmitglied Jürgen Schubert führte mit Christian Scherkenbach, der als Kandidat der LINKEN zum Neujahrsempfang der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, folgendes Gespräch.

Sie wurden am 8. Februar 2018   in einer Gesamtmitgliederversammlung der LINKEN einstimmig als Kandidat für den Posten des Landrats für Ostprignitz-Ruppin gewählt. Was hat Sie bewogen, zu kandidieren?

Christian Scherkenbach: Es war für mich keine kurzfristige und keine einfache Entscheidung. In vielen Gesprächen, nicht nur mit Familie und Freunden, sondern auch  im Arbeitsumfeld, ist diese Entscheidung gereift. Dann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich persönlich den Anforderungen als Landrat gerecht werden kann? Diese Frage habe ich für mich mit ja beantwortet – getreu dem Motto, dass ich lieber meiner Überzeugung als der Macht treu bleibe. Oder wie es einst Martin Luther sagte: »Hier stehe ich, ich kann nicht anders«. Gerade weil mich meine jetzige Tätigkeit als Arzt, Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender in den Ruppiner Kliniken erfüllt, habe ich die Freiheit, mich als Landrat zu bewerben.

Damit sich unsere Leser ein Bild machen können, vielleicht einige Fakten zu ihrem bisherigen Werdegang und zur Person.    

Christian Scherkenbach: Seit meiner Geburt 1959 bin ich mit den Ruppiner Kliniken verbunden. Mit meiner Frau gemeinsam haben wir sechs Kinder in einer Patchwork-Familie. Seit 1989 arbeite ich als Arzt in den Ruppiner Kliniken, aktuell als leitender Oberarzt. Ich bin bereits über 20 Jahre im Betriebsrat und seit 1. Januar 2012 Betriebsratsvorsitzender. Im Aufsichtsrat bin ich seit vielen Jahren vertreten, die letzten fünf Jahre als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Darüber hinaus engagiere ich mich für unsere schwerbehinderten Mitarbeiter in der SBV.

Meine Leidenschaft sind das gemeinsame Tauchen mit meiner Frau und die Ausritte zu zweit. Auf dem Rücken der Pferde bekomme ich am besten den Kopf wieder frei.

Wie würde Christian Scherkenbach an die Funktion des Landrats herangehen?

Christian Scherkenbach: Ich würde das wie bisher handhaben – mich gründlich vorbereiten und mit den Betroffenen reden und nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden. Mir ist auch bewusst, dass dies nicht der leichtere Weg ist. Ich bin auch nicht realitätsfremd und weiß um die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag. Hier würde es mich freuen wenn das Parteibuch beiseitelassen gelegt wird und mit Fachwissen und gesundem Menschenverstand Lösungen gefunden werden. Ich stehe dafür, keine leeren Versprechungen zu machen. Das einzige, was ich hier versprechen kann, ist, dass ich parteilos bleiben werde.

Herr Scherkenbach, ich bedanke mich für das sehr offene Gespräch und wünsche ihnen am 22. April viel Erfolg.

 

 

8. Februar 2018

Scherkenbach einstimmig gewählt

Die Mitglieder der LINKEN sprachen Ihm das Vertrauen aus

Der Kreisvorsitzende Paul Schmudlach (links) überreicht Christian Scherkenbach einen Glückwunschstrauß

Am 8. Februar 2018 wählten die Mitglieder der LINKEN. OPR in einer Gesamtmitgliederversammlung Christian Scherkenbach einstimmig zum Landratskandidaten der LINKEN.

Scherkenbach ist parteilos und wird über die Liste der Partei DIE LINKE zur Wahl am 22. April 2018 antreten. Christian Scherkenbach lebt in Rüthnick und ist mit der Region schon sein ganzes Leben lang verbunden. Er wurde in Neuruppin geboren und ist hier seit der Wende als Arzt tätig. Er arbeitet momentan als leitender Oberarzt in den Ruppiner Kliniken und ist dort außerdem Betriebsratsvorsitzender sowie stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Als Landrat möchte er die kreiseigenen Unternehmen weiter stärken, ohne dabei auf Privatisierungen zurückzugreifen. Auch die Aufsichtsgremien im Kreis sollen nicht zentral gesteuert werden, da diese in Mitbestimmung der Arbeitnehmer ihre Arbeit verrichten sollen. Gerade die Mobilitätssicherung, das Gesundheitswesen, das solidarisches Miteinander, die wachsende Kinderarmut, die wohnortnahe Kinderbetreuung in Schulen und Kindergärten und die Sportförderung sind Themen, die Scherkenbach in der kommenden Zeit anpacken möchte, und wofür nun zeitnah genauere Maßnahmen und Positionen erarbeitet werden.